Lamellendach: Kosten, Funktion und für wen es sich lohnt
Ein Lamellendach ist eine Terrassenüberdachung aus Aluminium mit drehbaren Lamellen. Geöffnet lässt es Licht und Luft durch, geschlossen schützt es vor Regen. Ein motorisiertes Lamellendach kostet bei 3 × 4 m inklusive Montage meist 8.000 bis 15.000 €, Premiumsysteme 15.000 bis 25.000 €. Es ist damit etwa zwei- bis dreimal so teuer wie ein Alu-Glasdach gleicher Größe.
Das Wichtigste in Kürze
- Für wen: Sonnenterrassen nach Süden oder Westen, auf denen ein festes Glasdach im Sommer zu heiß würde.
- Kosten: je nach Quelle ca. 330–2.000 € pro m² inklusive Montage. Mit Wind- und Regensensor ab ca. 11.000 € (4 × 3 m).
- Vorteil: Beschattung, Belüftung und Regenschutz in einem System, ohne zusätzliche Markise.
- Nachteil: deutlich teurer, mehr Technik (Motor, Sensoren, Strom), im Winter weniger Licht als Glas.
- Baurecht: wird in der Regel wie eine Terrassenüberdachung behandelt, meist bis 30 m² genehmigungsfrei.

Was ist ein Lamellendach?
Ein Lamellendach (auch Lamellenpergola oder bioklimatische Pergola) besteht aus einem Aluminiumrahmen mit Pfosten und einem Dach aus parallelen Aluminium-Lamellen. Die Lamellen lassen sich drehen, meist per Elektromotor und Fernbedienung oder App, bei einfachen Modellen per Kurbel.
- Geöffnet: Sonne und Luft kommen durch, die Wärme staut sich nicht.
- Gekippt: Die Lamellen werfen Schatten, es bleibt trotzdem luftig.
- Geschlossen: Das Dach ist regendicht. Das Wasser läuft über Rinnen im Rahmen und durch die Pfosten ab.
Viele Systeme lassen sich mit Regen- und Windsensor, LED-Beleuchtung, Heizstrahlern und seitlichen Senkrechtmarkisen oder Glasschiebewänden erweitern.
Was kostet ein Lamellendach?
| Ausführung | Größe | Kosten inkl. Montage |
|---|---|---|
| Kurbelbetrieb (Bausatz, ohne Montage) | klein | ab ca. 2.000 € |
| Elektrisch, Standard | 3 × 4 m | ca. 8.000–15.000 € |
| Elektrisch mit Wind- und Regensensor | 4 × 3 m | ab ca. 11.000 € |
| Premium (Design, integrierte Extras) | 3 × 4 m | ca. 15.000–25.000 € |
| Elektrisch | 4 × 5 m | ca. 12.000–22.000 € |
| Elektrisch | 5 × 6 m | ca. 16.000–30.000 € |
| pro m² | – | ca. 330–1.400 € (Aroundhome) bzw. 600–2.000 € (clean-invoice) |
Stand: Oktober 2026. Quellen: Aroundhome (Vermittlungsportal, Juli 2026), clean-invoice.com (Feb. 2026). Die Angaben der Quellen weichen voneinander ab, deshalb nennen wir Spannen.
Zusatzkosten, die oft vergessen werden:
- Elektroanschluss durch einen Elektriker: ca. 400–1.200 €
- Fundamente, besonders bei freistehender Montage (vier oder mehr Pfosten): ca. 150–400 € je Pfosten
- Integrierte LED: ca. 500–1.500 €
- Seitliche Beschattung oder Glasschiebewände: ab ca. 2.000 € je Seite
Kostenrechner Terrassendach & Wintergarten
Preisspanne inkl. Montage und MwSt. in 30 Sekunden. Stand: Oktober 2026.
Schätzung auf Basis veröffentlichter Marktpreise, kein Angebot. Endpreis hängt von Statik, Untergrund, Zugang und Region ab. Keine Rechtsberatung. Quellen & Methode
Lamellendach, Glasdach oder Markise: der ehrliche Vergleich
| Lamellendach | Alu-Glasdach | Glasdach + Markise | |
|---|---|---|---|
| Kosten 4 × 3 m inkl. Montage | ab ca. 8.000 € | ab ca. 3.000 € | ab ca. 4.900 € (Dach ab ca. 3.000 € + Unterdachmarkise ab ca. 1.900 €) |
| Regenschutz | ja (geschlossen) | ja | ja |
| Sonnenschutz | sehr gut, stufenlos | nein, Hitzestau möglich | gut |
| Belüftung | sehr gut | gering | gering |
| Licht im Winter | weniger (Lamellen sind blickdicht) | sehr gut | sehr gut |
| Technik / Wartung | Motor, Sensoren, Dichtungen | kaum | Markisentuch, Motor |
| Schneelast | systemabhängig, Herstellerangabe prüfen | systemabhängig | systemabhängig |
Unsere Einschätzung: Ein Lamellendach lohnt sich vor allem auf Terrassen mit viel direkter Sonne, die Sie im Sommer intensiv nutzen. Wenn Sie die Terrasse vor allem als regengeschützten Platz im Frühjahr und Herbst sehen und Licht im Haus wichtig ist, ist ein Glasdach mit Markise oft die günstigere und hellere Lösung.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Schneelast in kN/m². Die Lamellen müssen die Schneelast Ihres Standorts tragen. Die Norm (DIN EN 1991-1-3) sieht je nach Zone 0,65 kN/m² und deutlich mehr vor. Lassen Sie sich den Wert schriftlich bestätigen und fragen Sie, in welcher Lamellenstellung er gilt.
- Wasserführung. Wie viel Regen pro Stunde schafft die Entwässerung? Werden die Pfosten an einen Kanal oder eine Versickerung angeschlossen?
- Windfestigkeit und Sensoren. Ein Windsensor schützt die Lamellen bei Sturm, ein Regensensor schließt das Dach automatisch.
- Dichtigkeit. Haben die Lamellen Dichtungen? Ganz trocken wie unter Glas wird es bei Starkregen und Wind oft nicht. Fragen Sie konkret nach.
- Motor und Garantie. Welcher Motorhersteller? Wie lange gilt die Garantie auf Elektrik und auf die Konstruktion? Lassen Sie sich beides schriftlich geben.
- Wandanbau oder freistehend. Freistehende Systeme brauchen mehr Pfosten und Fundamente und kosten mehr.
Brauche ich eine Baugenehmigung für ein Lamellendach?
Ein Lamellendach wird in der Regel wie eine Terrassenüberdachung behandelt. Lassen Sie sich das im Zweifel vom Bauamt bestätigen. In den meisten Bundesländern sind Terrassendächer bis 30 m² genehmigungsfrei, teils mit Tiefenbegrenzung (3–4,50 m), in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bis 40 m². Keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft Ihres Bauamts. Alle Regeln mit Paragraphen: Terrassenüberdachung Baugenehmigung nach Bundesland.
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Häufige Fragen
Ist ein Lamellendach wirklich regendicht?
Geschlossen ja, das Wasser wird über Rinnen und Pfosten abgeleitet. Bei Starkregen mit Wind kann es an Rändern und Fugen tropfen. Das hängt stark vom System ab. Fragen Sie den Anbieter nach der Dichtigkeit und der Entwässerungsleistung.
Kann man ein Lamellendach im Winter nutzen?
Ja, als Regen- und Schneeschutz. Geschlossen ist es allerdings blickdicht, die Terrasse und angrenzende Räume sind dann dunkler als unter Glas. Bei Schnee sollten die Lamellen so stehen, wie es der Hersteller für die angegebene Schneelast vorgibt.
Wie lange hält ein Lamellendach?
Die Aluminiumkonstruktion hält bei guter Pulverbeschichtung Jahrzehnte. Verschleißteile sind Motor, Sensoren und Dichtungen. Vergleichen Sie die Garantiezeiten für Konstruktion und Elektrik, sie unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich.
Ist ein Lamellendach teurer als ein Glasdach?
Ja, etwa zwei- bis dreimal so teuer. Bei 4 × 3 m kostet ein Alu-Glasdach ab ca. 3.000 €, ein elektrisches Lamellendach ab ca. 8.000 €. Dafür ersetzt es die Markise. Einen Überblick über alle Varianten bietet unser Ratgeber Terrassenüberdachung, die geschlossene Alternative ist der Kaltwintergarten. Mehr zu den Kosten eines Glasdachs.
Kann ich ein Lamellendach selbst montieren?
Einfache Kurbel-Bausätze ja. Bei motorisierten Systemen braucht es einen Elektriker für den Anschluss. Prüfen Sie außerdem, ob die Herstellergarantie eine Fachmontage voraussetzt.
Quellen
- Aroundhome (Vermittlungsportal): Lamellendach, Stand 02.07.2026
- clean-invoice.com: Lamellendach, Stand 23.02.2026
- Landesamt für Bauen und Verkehr Brandenburg: Merkblatt Schneelast
Stand: Oktober 2026 · Recherchiert und geschrieben von Roman Lange